Dämpfer im Playoff-Rennen

Durch eine ärgerliche 76:86-Niederlage gegen die BSV Münsterland Baskets Wulfen sind die Kellerkinder nach dem zwischenzeitlichen Höhenflug der Vorwochen auf dem Boden der Tatsachen zurückgekehrt. 

Schon der Start war symptomatisch für die folgenden 40 Minuten. Während sich Wulfen sehr konzentriert präsentierte, fehlten bei den Kellerkindern der Fokus und das letzte Quäntchen Entschlossenheit. Schnell führten die Gäste angeführt von Spielmacher Bryant Allen mit 6:15 und zeigten sich dabei treffsicher von der Dreierlinie. Nach einer frühen Auszeit fanden die Deutzer etwas besser ins Spiel. Patrick Reusch verkürzte per Dreier nach schönem Pass von Lenny Boner auf 13:15, auf den Joe Koschade einen weiteren Distanztreffer folgen ließ. Doch die Gäste konnten sich bis zum Viertelende wieder absetzen (16:22).

Joe Koschade (l.) und Ben Uzoma (r.) im Pick-And-Roll.

Nach wie vor war das Spiel unrhythmisch, was sich besonders in der Deutzer Offensive ein ums andere Mal zeigte. Durch ungenaue Pässe, hektische Abschlüsse und fehlendes Timing machten sich die Kellerkinder das Leben in der Phase selbst schwer. Bis auf 16:30 zogen die Gäste davon, ehe Anton Geretzki mit einem wuchtigen Drive nach fünf Minuten für die ersten Punkte sorgte. Beim Stand von 18:34 war die zweite Deutzer Auszeit fällig. Es dauerte allerdings noch weitere Minuten, bis die Kellerkinder erstmals zu ihrem gewohnten Spiel fanden. Bessere Defense, Fastbreaks und umsichtiges Ballmovement sorgten in den letzten zwei Minuten vor der Pause für einen 10:0-Lauf zum 31:35.

Die zweite Halbzeit begann mit einem vorsichtigen Abtasten von beiden Seiten. Hier erwiesen sich nun die Deutzer als handlungsschneller. Defensiv dominierte Lenny Boner das Geschehen und blockte gleich drei Mal binnen weniger Minuten Würfe der Gäste weg. Offensiv war Anton Geretzki mit einem Mitteldistanzwurf zum 39:38 für die erste Deutzer Führung des Spiels verantwortlich. Nach und nach erspielten sich die Kellerkinder ein kleines Polster. So stand es nach Freiwürfen von Patrick Reusch und Julian Litera zwischenzeitlich 51:42 respektive 53:44. Doch nach wie vor fehlte beiden Teams der Rhythmus und den Zuschauern im Reitweg bot sich ein zähes Bild.

Bigs unter sich: Lennart Boner im Duell mit dem Wulfener Michael Haucke.

Wer auf Besserung von Deutzer Seite hoffte, sah sich getäuscht. Im Gegenteil: Leichtsinnige Pässe und hektische Abschlüsse sorgten dafür, dass die Gäste sofort wieder auf Schlagdistanz waren. Durch einen Dreier des erst 16-jährigen Matej Silic gingen sie sogar wieder in Führung (53:55). Zwar antworteten die Kellerkinder hierauf postwendend mit einem gut herausgespielten Korbleger von Julian Litera, doch die Gäste waren wieder zurück im Spiel und übernahmen nun die Kontrolle. Ebenjener Silic und Bryant Allen trafen in dieser Phase ihre Würfe und sorgten für einen etwas deutlicheren Abstand (59:67). 

Erst ein Dreier von Florian Schulz brachte die Kellerkinder wieder auf Tuchfühlung (63:67). Nach einem Putback von Philipp Pfeifer schmolz der Abstand zwei Minuten vor dem Ende sogar auf 67:70. Doch Wulfen hatte auch in der entscheidenden Phase immer Antworten parat, verwandelte die fälligen Freiwürfe nach taktischen Fouls und siegte damit verdient 76:86. Immerhin konnten die Kellerkinder noch den direkten Vergleich retten.

Philipp Pfeifer sucht immer wieder den Weg in die Zone.

Ein weiterer Trost ist die vorübergehende Wahrung des nun mehr letzten Playoffplatzes. Das ist jedoch derzeit nebenrangig. Nach wie vor gilt der Fokus der eigenen Entwicklung, die – wie diese Partie zeigte – noch bei weitem nicht abgeschlossen ist, wie auch Trainer Nils Müller bemerkt: „Das war definitiv ein Rückschritt, der heute wirklich weh tat. Wir haben uns stark unter Wert verkauft und das ganze Spiel keinen Rhythmus gefunden. Wir müssen jetzt daraus die richtigen Schlüsse ziehen und auch solche Niederlagen als Lernprozess wahrnehmen.“

Punkteverteilung:
Paul Hörschler, Patrick Reusch (27/2 Dreier, 5 Assists), Anton Geretzki (8), Joe Koschade (5/1 Dreier), Yannick Ossey, Julian Litera (4), Flo Schulz (8/1), Philipp Pfeifer (10, 6 Rebounds, 6 Assists), Chris Kunel (3), Ben Uzoma (2), Lennart Boner (9, 7 Rebounds, 5 Blocks), Timo Steffens

Endergebnis:
76:86 (16:22; 15:13; 22:11; 23:40)

Headcoach Nils Müller in der Auszeit mit seiner Mannschaft.

Am kommenden Freitag treffen die Kellerkinder zu ungewohnter Tip-Off-Zeit um 20 Uhr in der Ostermannarena auf die zweite Mannschaft der Bayer Giants Leverkusen, die zu den vielen Mitbewerben um die Playoffplätze zählt. Hier besteht nun die Chance, wieder an die Wochen und Entwicklungsschritte der Vorwochen anzuknüpfen. Zum nächsten Heimspiel am 25.Januar empfangen die Kellerkinder Aufstiegsaspirant Ibbenbüren.

Die Höhepunkte der Partie findet ihr auf unserem YouTube-Kanal.

1,2,3…Kellerkinder!

Fotos: Bine Dziuba

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