Derbysieg für DTV

Das Derby zwischen dem Deutzer TV und den RheinStars II bot fast alles, was man von einem packenden Derby erwarten kann: Spannung, körperbetontes Spiel und eine hohe Betriebstemperatur. Einzig Stimmung sucht man in der Sporthalle des Apostelgymnasiums vergebens – die scheint es nur bei Partien der Jugendmannschaften zu geben. Nach einer verhaltenen ersten Halbzeit schafft Kellerkinder Coach Kyriasoglou es gerade noch rechtzeitig, seine Mannschaft wachzurütteln, um letztlich die weiße Weste zu wahren. Aber der Reihe nach…

Gegen den ungeschlagenen Tabellenführer aus Deutz bietet RheinStars Coach Platon Papadopoulos alles auf, was der riesige Fundus der zahlreichen RheinStars-Mannschaften zu bieten hat. Mit einem bunten Mix aus Nachwuchsbundesliga-, 2. Regionalliga-, Oberliga- und sogar Pro-A-Spielern setzt die Zweitvertretung der selbsternannten Kölner Basketballmacht an diesem sonnigen Samstagnachmittag alles auf Sieg. Der 2,18-Center Jonas Gottschalk, Forward Benedict van Laack und die Guards Thomas Müller-Laschet sowie Filip Kukic sollen es dem DTV heute schwermachen.

Der Deutzer TV geht hingegen mit einem angeschlagenen Gero Boch ins Spiel, der zunächst auf der Bank Platz nimmt. Seinen Platz auf der Point Guard Position übernimmt Marc Verlemann, der nach fast zweiwöchiger Krankheit erst im Abschlusstraining am Freitag zur Mannschaft zurückgekehrt war. Coach Mario Kyriasoglou konnte ansonsten aus dem Vollen schöpfen – Tom Janicot, Philipp Sonnenberg und der Langzeitverletzte Marc Gade waren nicht mit von der Partie.

Die Kellerkinder beginnen aggressiv und wollen von Beginn an ein Zeichen setzen. Sie suchen Lücken in der Zonenverteidigung der RheinStars, attackieren das Brett und die beiden langen Center Gottschalk und Krumbach. Timo Steffens erzielt die ersten beiden Treffer für den DTV aus der Nahdistanz. Nachwuchsspieler Thomas Frankhauser antwortet jedoch mit zwei schnellen Dreipunktwürfen und bringt die RheinStars wieder auf Schlagdistanz. Die Trefferquote nimmt nach drei Spielminuten allerdings rapide ab, auf beiden Seiten werden zahlreiche Chancen vergeben und gerade die Kellerkinder verwandeln ihre offenen Würfe noch nicht. Florian Schulz, Philipp Pfeifer und Lukas Wandel finden aus der Mitteldistanz dann doch noch einen Weg und verwandeln ihre Würfe. Dennoch endet das erste Viertel mit einem ernüchternden 11:14 aus Sicht der Kellerkinder – ein ungewohnt verhaltener Beginn.

Im zweiten Viertel bietet sich ein ähnliches Bild. Pfeifer und Schulz halten ihre Farben im zweiten Spielabschnitt mit je fünf Punkten im Spiel und auch der eingewechselte Neuzugang Daniel Fisch steuert in dieser Phase vier wichtige Punkte bei. Zum Ende des zweiten Spielabschnitts kommt es dann zum Tiefpunkt des Spiels. In einer Phase in der die Intensität im Spiel des DTV erstmals annähernd Normalform erreicht, verletzt sich Topscorer Florian Schulz mutmaßlich ohne Fremdeinwirkung schwer und scheidet aus dem Spiel aus. Eine Diagnose ist erst nach dem MRT am Montag zu erwarten.

Mit einem knappen Rückstand von 31:33 geht es in die Kabine. Auch wenn das Viertel mit 20:19 gewonnen wurde, fehlt der Mannschaft von der Schäl Sick weiterhin der Zugriff auf die Partie. Der Tabellenprimus lässt zum Unmut seines Trainers die gewohnte Konzentration und Körperspannung vermissen, zudem fehlt nun die gewohnte Offensivpower des verletzten Schulz.

Nach einer intensiven Halbzeitansprache des Trainers geht allerdings ein Ruck durch die Mannschaft. Sie findet die offenen Ausstiege aus ihren Spielzüge, findet immer wieder den freien Mann in Korbnähe, einzig die Chancenverwertung ist katastrophal. Steffens und Pfeifer lassen mehrere offene Würfe liegen. Doch nach vier Minuten der offensiven Dürrephase platzt der Knoten. Kapitän Gero Boch und die Flügelspieler Wandel und Sulkowski fassen sich ein Herz und drehen das Spiel nun fast im Alleingang. Mit einem 14:2-Lauf innerhalb von vier Minuten reißt der DTV die langersehnte Kontrolle über das Spiel an sich und findet zum gewohnten Selbstvertrauen zurück. Mit 19:10 gewinnen die Deutzer den dritten Spielabschnitt und gehen mit einem sieben Punkte Polster ins letzte Viertel.

Von nun an ist es ein anderes Spiel. Die Mannschaft von Mario Kyriasoglou kontrolliert sowohl das Tempo als auch das Spielgeschehen. Dank der Distanztreffer von Sulkowski, Fisch und dem starken Wandel ist das Spiel nun breiter. Immer wieder suchen die Kellerkinder geduldig die Lücken im Spiel der RheinStars und kombinieren sich durch bis zum Brett. Die Verunsicherung der RheinStars nutzen die Gäste aus Deutz zu einem 9:0-Lauf kurz vor Schluss und betreiben damit ein wenig Ergebniskosmetik. Die Partie endet nach einem verhaltenen Beginn und einer starken Willensleistung der Kellerkinder in der zweiten Halbzeit letztlich 73:56.

Auch die Verstärkung aus Pro-A und Oberliga reicht den RheinStars II an diesem Tag nicht, um den DTV zu schlagen. Van Laack, Krumbach, Kukic und Gottschalk kommen zusammen auf 13 Punkte, einzig Müller-Laschet erreicht Normalform. Auf Seiten der Deutzer steht ein weiterer Erfolg der gesamten Mannschaft, die letztlich auch für ihren verletzten Topscorer gewinnt. Gleich zehn der elf eingesetzten Spieler können Punkten, drei davon sogar zweistellig. Der Tabellenführer bleibt somit auch in der fünften Partie der Saison ungeschlagen.

Und schon am heutigen Sonntag geht es für die Kellerkinder noch nach Bochum. Dort wartet am Sonntagabend die Mannschaft des TV Gerthe, die es in der zweiten Runde des WBV-Pokals zu bezwingen gilt.

Am kommenden Samstag treffen die Kellerkinder dann im letzten Spiel vor den Herbstferien auf den Oberliga-Aufsteiger aus Uerdingen. Dieser steht nach einem Kantersieg gegen Tabellenschlusslicht Bonn (99:53) überraschend auf dem dritten Tabellenplatz und ist daher keineswegs zu unterschätzen. Die Mannschaft freut sich über zahlreiche Unterstützung. Hochball ist um 16:00 Uhr in der Sporthalle des Hansaring-Gymnasiums. (TS)

1,2,3…Kellerkinder!

 

Viertelpunkte:
1. Viertel 14:11, 2. Viertel 19:20, 3. Viertel 19:10, 4. Viertel 13:23 – Endergebnis 56:73.

Für die Kellerkinder am Ball:
Wandel (13 Pkt.), Pfeifer (13 Pkt.), Steffens (10 Pkt.), Boch (9 Pkt.), Sulkowski (9 Pkt.), Schulz (7 Pkt.), Demberg (4 Pkt.), Fisch (4 Pkt.), Verlemann (2 Pkt.), Ossey (2 Pkt.), Warnecke, Rimac.

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