Kellerkinder ringen Wulfen nieder

Mit einem hart erarbeiteten 74:69-Sieg gegen dezimierte Wulfener ist der DTV zurück in der Erfolgsspur. Ohne drei potentielle Starter mussten sich die Gäste vorwiegend auf die Wurfkünste ihres US-Spielmachers Bryant Allen verlassen – der mit 38 Punkten und hohen Quoten eine fabelhafte Leistung ablieferte. Bis zum Schluss malochten die Kellerkinder hart, um den vierten Saisonsieg einzufahren. 

Die Höhepunkte des Spiels gegen den BSV Wulfen.

Direkt zu Beginn der Partie starteten die fünf Deutzer mit viel Feuer in die Partie und zeigten ein ganz anderes Energielevel als noch in der Vorwoche in Ibbenbüren. Yannick Ossey scorte die ersten Zähler der Partie im Fastbreak und gab damit symbolisch für die ersten Minuten das Tempo vor. Auch im ersten Halbfeldangriff der Partie war sofort Spannung zu erkennen. Zwei schnelle Pässe von Yannick Ossey und Philipp Pfeifer reichten, um Chris Fröhlingsdorf das erste Dreipunktespiel der Partie zu ermöglichen. Nach einem Fastbreak-Dreier von Joe Koschade war die erste Wulfener Auszeit nötig (13:6). 

Doch die zeigte zunächst keinen Effekt: Der frisch eingewechselte Anton Geretzki erhöhte stattdessen per Coast-to-Coast-Drive. Zwei schnelle Dreier und ein Finish am Korb reichten den Gästen jedoch, um schnell wieder Tuchfühlung aufzunehmen (17:14). In der Schlussphase des ersten Viertels häuften sich die Unkonzentriertheiten und vermeintlich einfache Layups fanden nicht ihr Ziel. Einzig ein Dreier von Anton Geretzki und ein Korbleger von Ben Uzoma stellten die Führung zur ersten Viertelpause sicher (22:18). 

Wie schon gegen Ibbenbüren in der Startformation: Yannick Ossey.

Der Start ins zweite Viertel gehörte vor allem Lukas Wandel. Erst sorgte er mit einem Steal im gegnerischen Fastbreak und anschließendem eigenen Linkskorbleger für ein Highlight. Anschließend war er Wegbereiter, indem er eine Lücke in die Defense mit seinem Drive riss, dank der Ben Uzoma unbehelligt per Putback Dunk finishen durfte. Timo Steffens ließ direkt den zweiten Putback folgen (30:25). Zuletzt war es wieder Lukas Wandel, der beim Einwurf den frei stehenden Julian Litera für die nächsten Punkte in der Zone bediente (32:27). Wulfen blieb aber hartnäckig und glich gegen Viertelmitte zum 32:32 aus – Auszeit Deutz. 

Zwar folgte die Antwort auf den Ausgleich nicht postwendend – doch die Deutzer behielten Geduld. Letztlich war es ein schön herausgespielter Dreier von Joe Koschade, der für die erneute Führung sorgte. Der nachfolgende Mini-Run gipfelte in einem Finish am Brett von Chris Fröhlingsdorf nach perfektem Pass von Anton Geretzki zum 41:32. Mit einem schwierigen Dreier gleichzeitig zur Halbzeitsirene verkürzte Wulfens Allen.

Körperlich überlegen: Center Christian Fröhlingsdorf

Die zweite Halbzeit eröffnete Patrick Reusch mit einem Pullup-Jumper aus der Mitteldistanz. Anschließend war Yannick Ossey dafür verantwortlich, dass die Kellerkinder sich auf neun Punkte absetzen konnten: erst erarbeitete er sich am offensiven Brett zwei Freiwürfe, verwandelte den ersten, holte den Rebound nach dem vergebenen zweiten und fand per Drive-and-Kick den freien Joe Koschade an der Dreierlinie – Auszeit Wulfen (47:38). 

Anschließend übernahm Philpp Pfeifer mit einem Assist auf Chris Fröhlingsdorf und vier schnellen Punkten das Kommando (53:40). Doch Wulfen – präziser: Bryant Allen – ließ sich nicht abschütteln. Mit mehreren schwierigen und gut verteidigten Würfen verkürzte er den Abstand im Alleingang. In dieser Phase stach vor allem Julian Litera als das Kellerkind hervor, das die wichtigsten Impulse setzte. Zwei Steals in der Defense und ein krachender Poster-Dunk waren die entsprechenden Ausrufezeichen, auf die Ben Uzoma in den letzten Sekunden des Viertels einen zweiten Putback-Dunk folgen ließ (59:50).

Auch im Schlussviertel gehörten die ersten Zähler Patrick Reusch. Backcourt-Kollege Joe Koschade gebührte es, seine starke Leistung mit wichtigen Aktionen im wahrscheinlich spielentscheidenden Run zu krönen. Erst erhöhte er die Führung zwischenzeitlich auf 63:52, indem er entschlossen und kraftvoll am Korb finishte. Nach einem weiteren Freiwurf behielt er beim Drive die Übersicht und fand Teamkapitän Timo Steffens offen an der Dreierlinie, der seinen ersten Distanzwurf der Saison ohne Ringberührung versenkte (67:55). Knapp fünf Minuten waren hier noch zu spielen. Zwar ließen die Wulfener und gerade US-Spielmacher Allen nicht locker, doch in ernsthafte Gefahr geriet der Sieg nicht mehr.  

Mit 74:69 zwangen die Kellerkinder erbittert kämpfende Wulfener in die Knie. Dabei überzeugte der DTV mit einer ausgewogenen Mischung aus spielerischen und toughen Lösungen für all die Probleme, die ihnen die Gäste bereiteten. Erneut sticht die Ausgeglichenheit des Kaders ins Auge: Gleich mehrere Spieler hatten entscheidenden Anteil am Sieg und alle eingesetzten Akteure punkteten.

Headcoach Nils Müller mit Instruktionen für sein Team.

Coach Nils Müller zog nach dem Spiel folgende Bilanz:

„Es war das erwartet schwere Spiel gegen Wulfen, bei denen Bryant Allen wirklich ein sehr starkes Spiel gemacht hat. Es hört sich falsch an zu sagen, dass wir gegen Allen einen guten Job gemacht haben – aber bei einem Großteil seiner Punkte war ich mit unserer Defense zufrieden. Zudem sind wir über die gesamte Spieldauer vergleichsweise ruhig geblieben. Und auch wenn der entscheidende Run, um das Spiel endgültig zu entscheiden, ausgeblieben ist, hatten wir immer das Gefühl, die Kontrolle zu haben.“

Die Kellerkinder:
Patrick Reusch (7, 6 Rebounds), Anton Geretzki (7/1 Dreier, 7 Rebounds), Joe Koschade (15/3, 5 Assists), Lukas Wandel (2), Yannick Ossey (3), Julian Litera (4), Philipp Pfeifer (9, 5 Rebounds, 5 Assists), Chris Fröhlingsdorf (13), Ben Uzoma (9, 8 Rebounds), Fynn Schmitz, Timo Steffens (5/1). 

Das komplette Spiel im Re-Live-Stream samt Interview mit Coach und Captain.

Am kommenden Wochenende haben die Kellerkinder bedingt durch die ungerade Anzahl an Mannschaften in der Liga spielfrei, ehe das nächste Auswärtsspiel für den 31.10. in Rhöndorf angesetzt ist. Dort erwartet die Kellerkinder ein Aufstiegskandidat und zugleich das wahrscheinlich athletischste Team der Liga. 

1,2,3…Kellerkinder!

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