Niederlage nach Verlängerung

Mit den Hertener Löwen empfingen die Kellerkinder am vergangenen Samstag eines der Topteams der ersten Regionalliga. Doch auch gegen die Aufstiegsaspiranten rechneten sich die Deutzer vor der Partie im Bewusstsein der bisherigen, starken Saisonleistungen durchaus gute Chancen aus – berechtigterweise wie sich 45 Spielminuten später zeigen sollte, auch wenn der Sieg letztlich knapp verwehrt blieb.

Die Anfangsminuten der Begegnung waren einerseits eine Blaupause vieler vergangener Heimspiele gegen Topteams und andererseits ein Vorgeschmack darauf, was die Zuschauer im Reitweg erwarten sollte: Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe und konnten zunächst keinen eindeutigen Vorteil für sich geltend machen. Die Gäste begannen etwas treffsicherer (2:6), doch Philipp Pfeifer sorgte nach wenigen Minuten für die erste Deutzer Führung per Dreipunktespiel nach Assist von Lennart Boner (9:7). Herten konterte wiederum durch einige Distanzwürfe und konnte sich bis zum Viertelende die Führung sichern (17:20).

Die erste Aktion des zweiten Spielabschnitts gehörte wiederum den Kellerkindern. Nach einem gut ausgespielten Angriff netzte Lukas Wandel den Dreier zum Ausgleich ein. Nachfolgend hatten die Gastgeber jedoch Ladehemmungen im Angriff und mussten sich gedulden, ehe sie die wieder eigene Punkte bejubeln konnten. Herten schlug daraus allerdings kein Kapital und so war der Spielstand immer noch knapp, als Paul Hörschler die Kellerkinder mit einem weiteren Dreier von ihrer Durststrecke erlöste (23:26). Wenige Augenblicke später führte der DTV nach einem gut ausgespielten und durch Timo Steffens vollstreckten Fastbreak plötzlich wieder (27:26). Die Schlussphase vor der Halbzeit gehörte allerdings wieder den Hertenern, die Unkonzentriertheiten auf Deutzer Seite zu bestrafen wussten und somit eine knappe Führung in die Halbzeit erspielen konnten (31:36).

Nach dem Seitenwechsel konnte Herten zwar die ersten Punkte markieren, doch die anschließenden Minuten gehörten ganz den Kellerkinder. Mit einem Dreier initiierte Anton Geretzki einen 19:2-Lauf. Bissigere Defense, konsequent ausgespielte Fastbreaks und harte Finishes waren in der Phase prägend für das Geschehen auf dem Court. Alle Akteure auf dem Feld konnten in diesen Minuten ihre Stärken zur Geltung bringen. Mit jeder Aktion schien Deutz mehr Kontrolle über das Spiel zu gewinnen und führte so zwischenzeitlich mit zehn Zählern (50:40). Doch ehe ihnen das Spiel entglitt, fingen sich die Gäste aus dem Ruhrgebiet und konnten den Abstand bis zum Ende des Viertels auf 55:49 verkürzen.

Die ersten Minuten des vierten Viertels glichen denen des zweiten. Auf beiden Seiten fanden kaum Würfe ihr Ziel. Bei Deutz wollte bis auf einen Mitteldistanzwurf vom erneut stark aufspielenden Patrick Reusch nahezu nichts gelingen, Herten ließ aber nun ebenfalls einige Chancen liegen. Ein scheppernder Dunk von Lennart Boner nach Pass von Joe Koschade schien wie gemacht als Startschuss für einen neuerlichen Run (59:54), doch stattdessen glich Herten mit zwei ausgespielten Angriffen aus (59:59). Nun war es an Joe Koschade mit zwei Freiwürfen und einem Stepback Dreier sein Team knapp vier Minuten vor dem Ende wieder in Front zu schießen (64:59). Von dieser knappen Führung zehrten die Kellerkinder bis in die Schlussminute. 

32 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit verwandelte Hertens Center Dijon Smith zwei Freiwürfe zum 64:63. Nach einem Foul, das allerdings keine Freiwürfe zur Folge hatte, bewies Philipp Pfeifer starke Nerven und verwandelte einen Wurf aus der linken Ecke. Leider stand er bei seinem Treffer auf der Linie, weswegen Herten mit dem folgenden Angriff noch die Chance zum Ausgleich hatte. Neun Sekunden blieben den Löwen, um per Dreier die Verlängerung zu erzwingen. Trotz guter Verteidigung verwandelte Semir Albinovic einen schwierigen Wurf mit Brett zum 66:66. Nun war es an Deutz in den letzten fünf Sekunden irgendwie nochmal Punkte zu erzielen. Ein letzter Versuch endete jedoch in einem Ballverlust – Overtime.

Die Geschichte der fünf Extraminuten ist schnell erzählt. Mit der Euphorie des erfolgreichen Dreiers im Rücken präsentierten sich die Hertener nun als abgezockteres Team, gingen an die Freiwurflinie und konnten schnell einen deutlichen Vorsprung erzielen (67:78). Auch wenn sich die Deutzer zwischenzeitlich nochmal heranschoben (73:79), war diese Hypothek zu groß und die Niederlage nach erbittertem Kampf nicht mehr abzuwenden.

Auch wenn sich die knappen Niederlagen gegen die Topteams der Liga derzeit häufen und erneut ein Sieg mehr als nur verdient gewesen wäre, richtet die Mannschaft den Blick nach vorne – wie auch Coach Nils Müller zu Protokoll gibt: „Alles andere als zu behaupten, dass diese Niederlage wirklich wehtut, wäre gelogen. Aber wir werden stärker aus dieser Erfahrung hervorgehen und unserem Entwicklungsprozess weiter vertrauen. Wir sind mental zu weit, als dass wir uns von unserem Weg abbringen lassen.“

Punkteverteilung:
Paul Hörschler (5/1 Dreier), Patrick Reusch (16/1), Anton Geretzki (10/2, 10 Rebounds), Joe Koschade (7/1, 6 Assists), Lukas Wandel (3/1), Flo Schulz, Philipp Pfeifer (9, 5 Assists), Chris Kunel (11), Ben Uzoma (4), Lenny Boner (8, 3 Blocks), Timo Steffens (2).

Endstand:
75:83 n.V. (17:20; 14:16; 24:13; 11:17; 9:17)

Der Fokus richtet sich bereits auf das nächste Wochenende, denn mit Recklinghausen wartet am kommenden Samstag bereits der nächste potente Gegner. Gegen die zuletzt stark verbesserten Recklinghäuser soll der nächste wichtige Sieg eingefahren werden, um den Anschluss an das Mittelfeld nicht zu verlieren.

Das nächste Heimspiel steht am 16.11. gegen die BG Hagen an. Beim letzten Heimspiel der Hinrunde würden sich die Kellerkinder wieder über zahlreiche und lautstarke Unterstützung freuen. Sprungball ist wie gewohnt um 18:30 Uhr im Reitweg. Weitere Infos zu den kommenden Partien folgen auf den üblichen Wegen.

1, 2, 3…Kellerkinder!

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