Nichts zu holen in Herford

Mit einer 104:80-Niederlage im Gepäck mussten die Kellerkinder am Samstagabend die Heimreise ins Rheinland antreten. Zuvor war es den Deutzern nicht gelungen, die derzeit wahrscheinlich gefährlichste Offensive der Liga auszubremsen. 

Bereits die ersten Minuten waren ein Vorgeschmack auf das, was in den gesamten 40 Minuten geschehen sollte. Herford zeigte sich im Angriff sehr zielstrebig und bestrafte jeden Fehler der Deutzer Defensive gnadenlos. Zumindest im ersten Viertel konnten die Kellerkinder mit ihrer eigenen Feuerkraft gegenhalten und für Highlights sorgen. Chris Kunel und Anton Geretzki eröffneten die Partie mit erfolgreichen Sprungwürfen (4:5). Joe Koschade reihte sich mit fünf schnellen Punkten in die Scorerliste ein und sorgte für das 10:10 nach knapp drei Minuten. 

In diesem hohen Tempo schenkten sich beide Teams gegenseitig sehenswerte Körbe ein.  Nach einem neuerlichen Fastbreak der Gastgeber zum 18:13 nahm Coach Nils Müller seine erste Auszeit. Die fruchtete und hatte einen 7:0-Lauf zur Folge. Für die Höhepunkte war dabei Ben Uzoma zuständig, der zunächst zwei Würfe in einer Sequenz blockte und wenige Minuten später per Alley-Oop-Dunk nach gefühlvollem Pass von Joe Koschade zum 18:20 einhämmerte. Doch Herford zeigte sich unbeeindruckt und übernahm bis zum Viertelende wieder die Führung (25:22).

Der Start ins zweite Viertel gehörte den Herfordern, bei denen Derylton Hill seinen Rhythmus fand und mehrere Würfe traf. Darunter auch den Dreier zum 35:24. Ein Jumper von Lenny Boner und ein Layup von Timo Steffens nach schönem Pass von Joe Koschade verkürzten den Rückstand wieder etwas, doch erneut hatten die Herforder die passenden Antworten parat. Bis auf 17 Punkte Abstand enteilten diese den Kellerkindern zwischenzeitlich und nutzten dabei immer wieder Deutzer Nachlässigkeiten in der Defensive. Dank eines Floaters von Paul Hörschler war der Rückstand zur Halbzeit vor diesem Hintergrund noch erträglich (49:35).

In den Anfangsminuten der zweiten Halbzeit tauschten die Teams wieder gegenseitig Körbe aus. Auf Deutzer Seite produzierten Chris Kunel und Anton Geretzki die ersten zwölf Zähler und reduzierten den Abstand bis auf 54:46. Doch erneut ließ sich der Tabellenzweite davon nicht aus der Ruhe bringen und konnte sich bis zum Viertelende mit viel Routine und guter Trefferquote absetzen. Gleichzeitig stieg bei den Kellerkindern wieder die Fehlerquote, weswegen Herford mit einem deutlichen Vorsprung in die letzte Viertelpause ging (75:53).

Nichtsdestotrotz zeigten sich die Deutzer weiter engagiert. Ben Uzoma und Yannick Ossey arbeiteten gut am Brett und Ali Türkan feierte sein Comeback nach längerer Verletzungspause mit einem erfolgreichen Dreier (75:58). Der Rückstand schmolz allerdings nicht mehr. Die Mannschaften schenkten sich weiter munter Punkte ein und so stand letzten Endes eine verdiente 104:80-Niederlage gegen spielstarke Herforder zu Buche.

Nach der zehnten Saisonniederlage stehen die Kellerkinder unverändert auf einem Playoffplatz. In den kommenden Wochen stehen nun mehrere richtungsweisende Duelle gegen Tabellennachbarn an. Insofern gilt es, auch aus dieser Niederlage die richtigen Lehren zu ziehen und mit vollem Fokus die finale Saisonphase einzuläuten.

Coach Nils Müller ordnete Spiel und Ergebnis folgendermaßen ein: „Herford war in dieser Besetzung der stärkste Gegner, auf den wir diese Saison getroffen sind. Wir haben uns gut verkauft, aber hätten quasi fehlerfrei spielen müssen, um das Spiel zu gewinnen. Das war leider nur phasenweise der Fall und Herford hat jeden Fehler konsequent bestraft.“

Endstand:
104:80 (25:22; 24:13; 26:19; 29:26)

Punkteverteilung:
Paul Hörschler (7/1 Dreier), Anton Geretzki (18/4, 5 Assists), Joe Koschade (13/2, 11 Assists), Yannick Ossey, Philipp Pfeifer (3), Chris Kunel (19), Ali Türkan (3/1), Ben Uzoma (11), Lenny Boner (4), Timo Steffens (2)

Die Highlights der Partie findet ihr wie gewohnt auf unserem YouTube-Channel.

In der kommenden Woche steht nun das wichtige Heimspiel gegen Hagen-Haspe an. Trotz akuter Abstiegsgefahr zeigten die Hasper mit couragierten Leistungen gegen Rhöndorf und Grevenbroich zuletzt, dass sie weiterhin ein unangenehmer Gegner sind. Soll der Playoffeinzug für die Kellerkinder gelingen, muss ein Sieg her. Daher hofft die Mannschaft am Samstagabend im Reitweg ab 18:30 Uhr wieder auf lautstarke Unterstützung.

1,2,3… Kellerkinder!

Fotos: Viola Sophie

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